Sowjetische und deutsche Kriegsgefangene und Internierte

Seit Oktober 2016 betreut und koordiniert das DHI Moskau das Projekt „Sowjetische und deutsche Kriegsgefangene und Internierte“, das am 22. Juni 2016 durch eine gemeinsame Erklärung der Außenminister Russlands und Deutschlands, Frank-Walter Steinmeier und Sergej Lavrov, ins Leben gerufen wurde. Das DHI konzentriert sich dabei auf die Forschungen zu sowjetischen Kriegsgefangene und führt in Teilen frühere Arbeiten der Stiftung Sächsische Gedenkstätten fort. Das Projekt wird durch das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland finanziert.

Ein Ziel des Gesamtprojekts ist es, die Schicksale der sowjetischen Kriegsgefangenen in deutschem Gewahrsam zu klären. Das DHI arbeitet dafür eng mit Kooperationspartnern in Deutschland und Russland zusammen, einmal mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und der Deutschen Dienststelle (WASt), auf russischer Seite u.a. mit dem Verteidigungsministerium, dem Betreiber der Datenbank OBD Memorial, ELAR, sowie mit der Assoziation „Voennye Memorialy“. Gemeinsam mit den russischen Partnern werden die relevanten Archive in Russland erschlossen. Darüber hinaus werden Dokumente aus anderen post-sowjetischen Staaten sowie europäischen oder außereuropäischen Archiven in das Projekt einbezogen. Das DHI sucht die Kooperation mit Forschungsprojekten außerhalb des Verbunds, die sich mit sowjetischen Kriegsgefangenen und ihrer Repatriierung befassen.

PROJEKTDATENBANK
Auskünfte über die Schicksale sowjetischer Kriegsgefangener werden von der Deutschen Dienststelle (WASt) auch mit Hilfe der Projektdatenbank durchgeführt (vgl. https://www.dd-wast.de/de/ueber-uns/aufgaben/kriegsgefangene.html sowie https://www.dd-wast.de/de/sovetskie-voennoplennye/forma-formular.html).

In der Projektdatenbank werden die personenbezogenen Daten von möglichst vielen Kriegsgefangenen mitsamt den entsprechenden Quellen aufbereitet und für die wissenschaftliche Forschung nutzbar gemacht. Mit diesem Instrument lassen sich biografische Informationen zu Gruppen mit strukturellen Aspekten zu einer Gesamtperspektive zusammenführen. Für bis zu 5,7 Millionen sowjetischen Rotarmisten und Rotarmistinnen können so u.a. Muster für Gefangenschaftsverläufe und Überlebenschancen von Teilkollektiven herausgearbeitet und die Umsetzung von zentralen Befehlen der Wehrmacht u.a. zur Entlassung überprüft werden. Damit werden die Kenntnisse über das Massenschicksal der Kriegsgefangenschaft wesentlich erweitert.

PROJEKTLEITUNG: PD Dr. Andreas Hilger (andreas.hilger@dhi-moskau.org ,+49404396072)
LAUFZEIT: ab Oktober 2016
PARTNER:
Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V
Deutsche Dienststelle (WASt) für die Benachrichtigungen der nächsten Angehörigen von Gefallenen der ehemaligen deutschen Wehrmacht
Electronic Archive (ELAR) Corp.
Voennye Memorialy
Verteidigungsministerium der Russischen Föderation

Forschung