Bundesarchiv: Bild 183-B21845

Sowjetische und deutsche Kriegsgefangene und Internierte

Während des Zweiten Weltkriegs gerieten über fünf Millionen sowjetische Soldaten und Offiziere in deutsche Kriegsgefangenschaft. Bis zu drei Millionen starben an Hunger und Krankheiten oder wurden erschossen. Das Massensterben der sowjetischen Kriegsgefangenen zählt zu den größten Kriegsverbrechen des Zweiten Weltkriegs.

Am 22. Juni 2016 wurde das Recherche- und Dokumentationsprojekt „Sowjetische und deutsche Kriegsgefangene und Internierte“ durch eine gemeinsame Erklärung der Außenminister der Russländischen Föderation und Deutschlands, Sergej Lavrov und Frank-Walter Steinmeier, ins Leben gerufen. Ziel des Projekts ist es, möglichst viele individuelle Schicksale zu klären, die entsprechenden Quellen in russischen, deutschen und internationalen Archiven zu erschließen und sie für die Beauskunftung von Angehörigen und für die Forschung zugänglich zu machen. Die Ergebnisse werden in Datenbanken aufbereitet.

Das DHI Moskau ist für die Recherche zu den sowjetischen Kriegsgefangenen zuständig und führt in Teilen Arbeiten der Stiftung Sächsische Gedenkstätten fort. Das Deutsche Rote Kreuz zeichnet für die Recherche zu den deutschen Kriegsgefangenen verantwortlich. Träger des Gesamtprojekts ist der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. Das Projekt wird durch das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland finanziert. Das DHI Moskau arbeitet eng mit seinen Partnern zusammen. Auf russischer Seite sind dies das Verteidigungsministerium, die Aktiengesellschaft „Elektronische Archive“ (ELAR) und die Assoziation „Voennye Memorialy“, auf deutscher Seite das Bundesarchiv und die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg. Das DHI sucht die Kooperation mit Forschungsprojekten außerhalb des Verbunds, die sich mit sowjetischen Kriegsgefangenen und ihrer Repatriierung befassen.

Die Daten zu den sowjetischen Kriegsgefangenen werden von der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg in der Datenbank „Memorial Archives“ und von ELAR in der Datenbank „OBD Memorial“ aufbereitet.

In die Projektdatenbanken werden die personenbezogenen Daten von möglichst vielen Kriegsgefangenen mit den entsprechenden Quellen aufgenommen und für die Forschung nutzbar gemacht. Mit diesem Instrument lassen sich biografische Informationen mit strukturellen Aspekten zu einer Gesamtperspektive zusammenführen. Damit werden die Kenntnisse über das Massenschicksal der Kriegsgefangenschaft wesentlich erweitert.

Auskünfte über die Schicksale sowjetischer Kriegsgefangener werden vom Bundesarchiv Abteilung Personenbezogene Auskünfte erteilt:
https://www.bundesarchiv.de/DE/Content/Artikel/Benutzen/Hinweise-zur-Benutzung/Unterseiten-Militaer/Personenbez-Unterlagen-Militaer/benutzen-hinweise-militaerische-unterlagen-persbezogen-russ.html

PROJEKTLEITUNG: Dr. Esther Meier (esther.meier@dhi-moskau.org)
Bitte beachten Sie, dass das DHI nur für die sowjetischen Kriegsgefangenen zuständig ist. Für Anfragen zu den deutschen Kriegsgefangenen wenden Sie sich bitte an das Deutsche Rote Kreuz.

LAUFZEIT: ab Oktober 2016

PARTNER:

Forschung