Die Kirche spricht. Sprache der Kirche und soziale Praktiken im Russland der synodalen Periode (18.–19. Jh.)

Seit dem Ende des 17. Jahrhunderts formierte sich in Russland nicht nur eine neue säkulare, sondern auch eine neue religiöse Kultur. Die Herausbildung einer weltlichen und einer geistlichen Sphäre waren komplementäre Prozesse. Das Projekt fragt, wie im 18. und 19. Jahrhundert diese Ausdifferenzierungsprozesse (Aushandlungs- bzw. Kommunikationsprozesse) verliefen, wie sich die Sphäre(n) des Kirchlichen als soziale Entität(en) herausbildete(n) und wie sich die Grenzen/Übergänge zu anderen Sphären verschoben bzw. wie sie ausgehandelt wurden. Hierbei untersucht es zum einen Schlüsselsymbole und Texte in ihrer sozialen Verwendung und zum anderen Selbsttechniken bzw. Praktiken der Selbstintegration von Individuen/Subjekten in die Sphäre(n) des Kirchlichen. Das Projekt erschließt das Soziale, indem es Sprache und Kommunikationspraktiken als Indikator historischen Wandels analysiert.

PROJEKTLEITUNG: Denis Sdvižkov
LAUFZEIT: 2014–2017
VERANSTALTUNGEN:
Church and Clergy as a Social Group in 18th- to Early 20th-century Russia: Key Concepts and Models (DHI Moskau, 11. April 2014)
Das Weltliche und das Säkulare in den autobiographischen Praktiken der Neuzeit (DHI Moskau, 3.–4. Juni 2016)
SCHLÜSSELPUBLIKATIONEN:
A Century Mad and Wise: Russia in the Age of the Enlightenment, in: Papers from the IX International Conference of the Study Group on Eighteenth-Century Russia, Leuven 2014, NRC 2015 (= Baltic Studies 16)

Forschung