Die Post-Alte Rus'

Die Post-Alte Rus: zu den Anfängen der modernen Nationen

Die wissenschaftliche Publikationsreihe des Deutschen Historischen Instituts in Moskau „Die Post-Alte Rus‘: am Ursprung der Nation der Neuzeit“ wurde im Rahmen des DHI-Projektes „Ostslawen auf der Suche nach neuen überregionalen Identitäten Ende des 15. – Mitte des 18. Jahrhunderts im Kontext der Entstehung moderner Nationen in Europa“ geplant. Das Projekt wurde auch durch die Gerda Henkel Stiftung (AZ 38/F/16) unterstützt.

Die Publikationsreihe verfolgt das Ziel, die im Rahmen des Projektes erzielten Forschungsergebnisse in Form von Sammelbänden zu präsentieren, die auf den für die  Fachkonferenzen und Workshops vorbereiteten Beiträgen beruhen. Die Serie wird durch eine kollektive Monographie abgeschlossen.

Am Projekt nehmen Historiker aus der Ukraine, Weißrussland, Russland, Litauen, Polen und Deutschland teil.

Das Ziel der Projektes besteht darin, zu zeigen, wie auf den Territorien, die früher ein scheinbar einiges politisches und konfessionelles Konglomerat von Fürstentümern unter der Bezeichnung „Rus‘“ bildeten, im Untersuchungszeitraum die Suche nach neuen überregionalen Identitäten zustande kam und welche deren wichtigste Vektoren waren. Auf der Grundlage der Projektergebnisse soll die Frage beantwortet werden, ob es möglich wäre, in Bezug auf die Frühe Neuzeit nach gesamteuropäischen Maßstäben und im Kontext der Ausbildung autochthoner frühmoderner nationaler Mythologien über Ansätze der Entstehung einer  modernen nationalen Identität bei den Ostslawen zu sprechen. Falls sich erweist, dass dies der Fall war, ist zu fragen, inwiefern diese durch westliche Ideen, Diskurse und Modelle beeinflusst wurden und es werden Mechanismen des Transfers und der Adaption zu untersuchen sein.

Bereits erschienen:

Narrativy rusi konca XV - serediny XVIII veka: v poiskach svoei istorii, Otv. sost., otv. red. serii Andrej V. Doronin, Moskva, ROSSPEN, 2018:

Das vorliegende Sammelwerk setzt die Publikationsreihe des Deutschen Historischen Instituts in Moskau „Die Post-Alte Rus: am Ursprung der Nation der Neuzeit“ fort. Es wurde auf Grundlage der Materialien einer internationalen wissenschaftlichen Konferenz zusammengestellt, die im November 2016 in L‘viv im Rahmen des Projektes „Ostslawen auf der Suche nach neuen überregionalen Identitäten Ende des 15. – Mitte des 18. Jahrhunderts im Kontext der Entstehung moderner Nationen in Europa“ stattgefunden hatte.

Die Autoren des Sammelwerkes haben sich zum Ziel gesetzt, historische Narrative der Rus Ende des 15. bis Mitte des 18. Jahrhunderts kritisch auf Zeugnisse der entstehenden neuen überregionalen ethnokulturellen Gemeinsamkeiten der Rus in der frühen Neuzeit nach der gesamteuropäischen Geschichtsskala zu prüfen. Sie zeigen, wie die Rus‘ des Großfürstentums Litauen, des Moskauer Staates, Polen-Litauens, des Hetmanats und des Russischen Reiches ihre Vergangenheit auf unterschiedliche Art und Weise wahrnahm, neue Versionen entwickelte und wie auf diese Art spezifische, jeweils eigene Erinnerungskulturen im Kontext der entstehenden neuen, modernen Paradigmen der Geschichte entstanden.
 
Das Buch ist für Spezialisten für ost- und gesamteuropäische Geschichte der frühen Neuzeit bestimmt sowie für alle Leser, die sich für Probleme der modernen Natiogenese interessieren.


Rodoslovnye dreva russkich carej XVII - XVIII vekov, Sostavitel’ A. V. Sirenov, Otv. red. serii A. V. Doronin, Moskva: Jubilejnaja kniga, 2018:

Beim vorliegenden Sammelwerk handelt es sich um eine Publikation und die Erforschung der Stammbäume der russischen Zaren im 17-18 Jahrhundert, in denen zwei Dynastien – die Rurikiden und die Romanows –künstlich miteinander vereinigt wurden. Die veröffentlichten Stammbäume sind in Form von Buchminiaturen, Ikonen, Wandmalerei, Gravuren und anderen Formen dargestellt. Zweck dieser Stammbäume war es, die politischen Ansprüche der in Russland regierenden Dynastie anschaulich zu legitimieren und ihr Recht auf den Thron durch die Berufung auf die altrussische Vergangenheit sowie durch historische Spekulationen zu bestätigen. Einige der im Sammelwerk veröffentlichten Denkmäler werden hier zum ersten Mal publiziert.

Besondere Aufmerksamkeit wird im Sammelwerk dem Einfluss der westlichen Muster, Modelle und Bilder auf die Ikonographie russischer Genealogie der Zarenfamilie im 17. und 18. Jahrhundert geschenkt.
Das Buch ist für Historiker, Philologen und Kunstforscher bestimmt, sowie für alle, die sich für die Geschichte der Rus‘ und die russische Kultur interessieren.


Drevnjaja Rus' posle Drevnej Rusi: diskurs vostočnoslavjanskogo (ne)edinstva. Otv. sost., otv. red. serii Andrej V. Doronin. Moskva: ROSSPEN, 2017.