Scharaf Raschidow und internationale Beziehungen der Usbekischen SSR (1950-1983)

  • 12.03.2020
  • 18.00 Uhr
  • Deutsches Historisches Institut Moskau, ul. Voroncovskaja 8/7
  • Russland und die Sowjetunion im 20. Jahrhundert: Neue Themen, neue Zugänge

Vortrag von Riccardo Cucciolla (National Research University Higher School of Economics)

Arbeitssprache: Russisch
In Kooperation mit Centre d'études franco-russe

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  • Zusammenfassung

    Während des Kalten Krieges spielte Scharaf Raschidow eine wichtige Rolle als Wortführer des sowjetischen antiimperialistischen Programms, eine Schlüsselfigur in den Verhandlungen mit den Ländern Dritter Welt und Propagandist Usbekistans als eines modernen und freien Models der politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Entwicklung für die Länder, die nach dem Zerfall des Kolonialsystems ihre Unabhängigkeit erlangten. Taschkent empfing Gipfeltreffen der sowjetischen und asiatischen Führer und internationale Film- und Literaturfestivale, die von Hunderten von asiatischen, afrikanischen und lateinamerikanischen Intellektuellen, Schriftstellern, Dichtern, Journalisten, Gewerkschaftlern und Sportlern besucht wurden. Außerdem symbolisierte Usbekistan die Möglichkeit einer Koexistenz von Kommunismus und dem Islam, indem es scheinbare Religionsfreiheit, Toleranz und Traditionen mit dem bolschewistischen Fortschrittsoptimismus zusammenbrachte.
    Der Einmarsch der sowjetischen Truppen in Afghanistan diskreditierte jedoch dieses Bild und markierte die Grenzen des usbekischen Internationalismus, während die Usbekische SSR und Raschidow selbst (wenn auch postum) durch die s.g. "Baumwoll-Affäre" kompromittiert wurden.