Der Moskauer Vertrag von 1970: Nützlich für Washington, Ärgerlich für Beijing

  • 10.12.2020
  • 18.00 Uhr
  • Deutsches Historisches Institut Moskau, ul. Voroncovskaja 8/7
  • Willy Brandt, 1913-1992. A Life for Freedom, Peace and Reconciliation between Nations

Vortrag von Bernd Schäfer (CWIHP)

Arbeitssprachen: Deutsch und Russisch (mit Simultanüberstzung)

Nach anfänglicher instinktiver Ablehnung der Brandtschen Ostpolitik und des Moskauer Vertrages erkannte die US-Regierung bald, dass die westdeutsche Politik Washingtons Interessen gegenüber Moskau zuträglich sein konnte. Dagegen befürchtete die VR China, dass Entspannung in Europa die Sowjetunion an ihrer Westfront entlasten und “böse Winde nach Osten" in ihre Richtung treiben würde. Im Ergebnis wurden Brandts Gegner aus der CDU/CSU von den USA auf Distanz gehalten sowie von China hofiert und liefen ins innenpolitische Abseits. Der Moskauer Vertrag und seine Folgen machten die Bundesrepublik Deutschland zum ersten Mal nach 1949 nicht nur zu einem Faktor, sondern vorübergehend zu einem wichtigen Akteur der Weltpolitik.